Adalbert von Goldschmidt
Satanische Himmelfahrt
Über dieses Buch:
Ein teuflisches Versdrama aus Wien, 1906: Die Natur und der Satan unternehmen
eine gemeinsame Weltreise zur Inventur der angeblich aussterbenden Menschheit. Auf einem Teppich
rasen sie um die Welt und beobachten stichprobenartig das Sexualverhalten der menschlichen Spezies.
Ihr philosophischer Dialog entspinnt sich als anarchistisches Stationendrama, in dem der Untergang
der k.u.k.-Monarchie ebenso verhandelt wird wie der aufkommende Sozialdarwinismus, der Antisemitismus
als politisches Programm und die Psychoanalyse. Der Geschichtsteleologie des 19. Jahrhunderts wird eine
mal kreisförmige, mal disruptive Philosophie des kosmischen Schwindels entgegengesetzt: "Der Weltraum
hat die Drehkrankheit".
Dieser bislang unveröffentlichte, so unbändige wie explosive Text hat sich als handschriftliches Fragment
im Nachlass erhalten. Womöglich ist er kurz vor dem Tod des Dichterkomponisten während eines Klinikaufenthalts
im Sanatorium Bellevue für Nervenleidende in Wien-Hacking entstanden. Christian Filips hat den Text aus dem
Nachlass ediert, kommentiert, mit einem Nachwort versehen und um zwei Nachrufe von Karl Kraus und Hans Liebstöckl
erweitert. Goldschmidts Spott auf die "Unsterblichkeitsclowns" um 1900 könnte dabei helfen, den herrschenden Irrsinn
unserer Gegenwart mit ihrer Fixierung auf eugenische Biotechnologien besser zu begreifen. Denn manchmal versteckt sich
der Teufel im Detail einer vergessenen Handschrift des Wiener Musikvereins.
Bibliographische Angaben:
Adalbert von Goldschmidt
Satanische Himmelfahrt
Das Versteck 666
Broschiert, A4, 94 Seiten
Schutzversandumschlag
ISBN 978-3-907369-54-8
Euro 20,- / sFr. 25.-
Juni 2026

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