Martin Đaković: Ich war ein Gemeral. Diese Gedichte lesen sich wie "Tau in der einzigen Wunde des fessellosen Nachgeschicks". Martin Đaković, der im Oktober 2025 verstorben ist, hat einen umfangreichen und verstreuten Nachlass hinterlassen. Der vorliegende Band präsentiert erstmals eine Auswahl aus zuvor in Blogs und Anthologien erschienenen Gedichten, die in "die Tiefen seines heiteren ScharfSinns" führt. Hier ist ein dichterisches Sprechen am Werk, das buchstabengenau dazu einlädt, die eigene Zunge anders zu gebrauchen. Đakovićs queere Sprechübungen zeigen, wie arm an Resonanzen das alltägliche Sprechen ist und wie gute Poesie die Knoten im Kopf lösen könnte. Der Band ist erweitert um Zeichnungen des Autors, um ein Nachwort der Herausgeber:innen und um Beiträge von Dagmara Kraus und Michael Braun. "Đaković lässt der Sprache den Vortritt und konfrontiert uns mit Wörtern, die feine Risse aufweisen oder ihre ursprüngliche Gestalt eingebüßt und sich leicht verändert haben. Seine Gedichte, die er Sprechübungen nennt, fordern uns dazu auf, die einzelnen Wörter zu prüfen wie rätselhafte Objekte, sie zu zerlegen, sie vor uns hinzusprechen, um uns dann mit dem Lockstoff der Fremdheit in die Etymologie zu schicken, in die Herkunftsgeschichten der Wörter und in ihre lautliche Struktur." (Michael Braun)
Martin Đakovié wurde 1991 in Derventa, Bosnien, geboren und kam als Kriegsflüchtling nach Deutschland. Er wuchs in Bernau am Chiemsee auf. Später lebte er in Wien, Berlin, Hildesheim und Leipzig, wo er Anglistik und Linguistik, Kreatives Scheiben und Literarisches Schreiben studierte. In dieser Zeit entstand ein Werk, das Prosatexte, Gedichte, Theaterstücke und Zeichnungen umfasst. 2023 schloss er sein Studium am Deutschen Literaturinstitut mit einem Romanprojekt ab. Er lebte zuletzt in Berlin, wo er 2025 nach langer Krankheit starb.

104 Seiten, Euro 14,-/ sFr. 16.-
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Martin Đaković: Ich war ein Gemeral. Ausgewählte Gedichte,
herausgegeben von Christian Filips, Lucan Friedland und Alexandra Zysset