Jayne-Ann Igel

Unerlaubte Entfernung
Erzählung




Über dieses Buch:
In der Sprache eines anderen, in der Sprache von einem, der anders war, der nicht dazu gehören konnte, auch wenn er wollte, den die Partei nicht aufnimmt, der sich dem Streben der Eltern fügen will, ihnen aber ihre Überzeugungen nicht glauben kann – in einer Sprache, die so anders ist als die in ihr beschriebenen Erziehungsmaßnahmen, Verhaltensmaßregeln, Zurichtungen, Weisungen und Verhältnisse – in dieser anderen Sprache ist «Unerlaubte Entfernung» der Bericht einer Entwicklung hin zu einer versuchten und gescheiterten Republiksflucht. «Er hat das Gefühl, es gehe im Leben vor allem darum, sich als schuldfähig zu erweisen. Daß er schuldig sei, zumindest pflichtschuldig, u.a. zu permanenter Dankbarkeit verpflichtet… vermittelt ihm die familiäre Erziehung ebenso wie die schulische. Sein Lebensanspruch kulminiert in dem Ziel, ortbar zu bleiben, für sich, für Andere, in einer Gesellschaft, die das Klassenbewußtsein, das WIR einer behaupteten Genossenschaft als Vorleistung, Prämisse über den Einzelnen gesetzt hat. In einer Gesellschaft, deren Bürger sich zu einem großen Teil im Stillen von ihr, vom Leben selbst absentiert haben – Die Lebenslügen der Obrigkeit verquicken sich mit denen von unten… und bilden eine fatale Einheit, die die Gesellschaft, den Einzelnen aller Perspektiven zu berauben droht. Damals hatte er empfunden, in einer Wirklichkeit, einem Raum zu leben, bar jeglicher Geschichte, Entwicklung, ein für allemal statuiert, entgültig…»
Nach 15 Jahren äußerer und innerer Veränderung der sie umgebenden Republik wie der eigenen Person ist Jayne-Ann Igel, geboren 1954 in Leipzig und heute in Dresden lebend, nach zwei Büchern zur Zeit der Wende mit der hier vorgelegten Erzählung wieder auf die literarische Bühne zurück gekehrt – fast ein Debüt also, eine Prosa, so andeutungsfein genau wie das Metronom der Poesie, das in ihr tickt.


Pressestimmen zu Jayne-Ann Igel


Bibliographische Angaben:
Jayne-Ann Igel
Unerlaubte Entfernung
Erzählung
Gebunden, mit Schutzumschlag, 90 Seiten
Fadenheftung, 18,5 x 12 cm
Euro 17.- / sFr. 29.-
ISBN 978-3-905591-85-9
August 2004





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